Historie des Berliner TSC e.V.
1960 - 1969
Der Beschluss

Durch einen Beschluss der damaligen SED-Bezirksleitung im Jahre 1961 sollte ein ziviler Sportclub als Gegengewicht zum Sportclub Dynamo und zum Armeesportclub "Vorwärts" entstehen. Mit der Vorbereitung eines solchen Projektes wurde der spätere 1. Vorsitzende des TSC Berlin, Gerhard Michael, beauftragt, der seither akribisch, an der Zusammenarbeit und Zusammenführung der 3 Vereine SC Rotation Berlin, SC Einheit Berin, TSC Oberschöneweide und ihrer Sektionen gearbeitet hatte.




Gründervater und
1. Vorsitzender des TSC-Berlin, Gerhard Michael

Zur Person des Gründervaters Gerhard Michael:

Gerhard MichaelDer leider 2003 verstorbene Hallenser Gerhard Michael war seit 1926 sportlich in der Leichtathletik und Handball aktiv, war zweimal Deutscher Meister, 1938 und nach dem Krieg Auswahlspieler, 1948 erster Ostzonenmeister im Feldhandball. Er galt als Allrounder im Sport. 1949 etablierte sich unter seiner Mitwirkung der Deutsche Sportausschuss, dem er selbst als stellvertretender Leiter angehörte. Herr Michael wirkte zudem 1952 bei der Bildung des staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport mit und war als Oberstudienrat maßgeblich am Aufbau der DHFK in Leipzig beteiligt. Bald nach Entstehung der DDR war er mitverantwortlich für die Organisierung und Durchführung zahlreicher Sportveranstaltungen auch mit ausländischer Beteiligung. So handelte er 1953 in Vertretung der Handballsportler der DDR eine Gesamtdeutsche Mannschaftsmeisterschaft aus. 1965 schrieb er eine Diplomarbeit fürs Staatsexamen an der DHFK Leipzig über die Bildung des TSC Berlin und Vorbereitung seiner Leistungssportler auf die Olympischen Spiele von 1964.

 



Deckblatt der TSC-Chronik
(Foto rechts)

Die Gründung

Chronik Der Turn- und Sportclub Berlin wurde , nach 2-jähriger Vorbereitung am 18. Februar 1963 im Festsaal des Hauses Unter den Linden 38 in Anwesenheit von 400 Sportlern, Trainern, Übungsleitern, Gästen und Vertretern unterschiedlicher öffentlicher Dienststellen aus dem Zusammenschluss der 3 Vereine SC Rotation Berlin, SC Einheit Berlin und des TSC Oberschöneweide gegründet.
Damals wurden 21 Sportarten eingebunden: Leichtathletik, Radsport, Handball, Gewichtheben, Boxen, Wasserspringen, Schwimmen, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Turnen, Volleyball, Fußball, Kanu, Rudern, Segeln, Schach, Tennis, Tischtennis, Basketball, Wasserball und Eishockey. Im Club waren damals ca. 200 hauptamtliche Trainer beschäftigt.

Die Werner Seelenbinderhalle wurde 1996 abgetragen.
Heute befindet sich dort der Europapark mit dem Velodrom und der Europa-Schwimmhalle

Werner Seelenbinderhalle Die weiteren Trainingsstätten befanden sich an der Radrennbahn Weißensee, im Stadion in der Buschallee (Tennis), am Kissingen Sportplatz (Handball), im Firedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark (Leichtathletik), in der Gormannstraße (Volleyball), in der Deutschen Sporthalle (Basketball, Boxen und anfangs Gewichtheben), in Grünau (Kanu und Rudern), Köpenick "Alte Försterei" (Fußball), Friedrichshagen (Segeln), in der Werner-Seelenbinder-Halle (Eishockey und Eiskunstlauf) und im Eisstadion Steffenstraße (Eisschnelllauf).
Da der Club leistungssportorientiert aufgebaut war, entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendsportschule, die sich in der Schönfließer Str. 7 und Kopenhagener Straße (Prenzlauer Berg) befand.
  Das war seit ca. 1960 eine besondere Form der Leistungssportförderung in der DDR. Sie wurde aber auch noch von allen in Berlin ansässigen Leistungssportvereinen wie z. B. dem SC Dynamo genutzt.
Das erste Jahrzehnt wurde durch erfahrene Trainer maßgebend geprägt - wie Hans Pechmann, Horst Ihlenfeld, Herbert Hohmann und Peter Börner in der Leichtathletik, Olga Jensch-Jordan einst selbst erfolgreiche Teilnehmerin olympischer Spiele, Franz Heinisch und Brigitte Retsch im Wasserspringen, Guido Schweitzer, Dieter Haupt und Sigrud Schulze im Turnen, Werner Malitz und Hans Wagner im Radsport, Helga Klähne, Heinz Brinkmann und Hermann Tzschentke im Schwimmen, Ernst Wunsch im Gewichtheben, Egon Saurer und Günther Müller im Volleyball, Kurt Lauckner und
Peter Zwillich im Handball, Günther Debert, Horst Schmidt und Hans Gronert im Boxen, Hermann Hus, Werner Krüger und Dieter Labs im Basketball, Werner Schwenzfeier im Fußball, Gerhard Patschinski, Christian Schmidt, das Ehepaar Kuhrüber und "Eiche" Hoffmann in den Eissportarten, Hans Adam im Segeln, Erwin Krakau und Gerhard Rothe im Rudern und Werner Schreck und "Seppl" Proske im Kanu.
In den sechziger Jahren waren es maßgeblich die Wassersportarten, die unseren jungen Klub sportlich erfolgreich repräsentierten. Allen voran die Olympiasieger von 1968 im Rudern Lucke/Bothe. Jedoch stellten auch die anderen Sportarten erfolgreiche Sportler. Stellvertretend seien hier genannt Hannelore Mattig und Jürgen Geschke im Radsport, Delia Reinhard im Wasserspringen und Lothar Block im Gewichtheben.
  Durch einen Strukturwandel im Sport 1968 nach den Olympischen Spielen wurden die Sportarten Schach, Tennis, Tischtennis, Basketball, Wasserball und Eishockey aus dem Klub ausgegliedert.
1966 übernahm der Fußballverein des 1. FC Union Berlin die Fußballer des TSC Berlin. Übrigens war auch hier Gerhard Michael an der Vorbereitung zur Gründung des 1. FC Union Berlin maßgeblich beteiligt.
1969 wurde der Sportclub Berlin-Grünau gegründet, der die bislang beim TSC beheimateten Wassersportarten wie Rudern, Segeln und Kanu übernahm.
Beim TSC Berlin blieben seit den siebziger Jahren die Sektionen der Leichtathletik, Radsport, Handball, Gewichtheben, Boxen, Wasserspringen, Schwimmen, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Turnen und Volleyball.
  TSC Box Turnier
Manfred Bergs Manfred Bergs 1969 wurde das internationale TSC Box Turnier von Manfred Bergs ins Leben gerufen, der zuvor bei der Humboldt-Universität beschäftigt war und von Gerhard Michael mit der Organisation dieses Turniers beauftragt wurde. Die darauf folgenden 22 Auflagen sahen alle Faustkämpfer von Rang und Namen. Als erstes AIBA - Weltranglisten - Turnier in Deutschland feierte es im Juni 1992 eine besondere Premiere unter dem Namen "Internationale Box Gala Berlin".

  Historie des Berliner TSC e.V.
1970 - 1979






Karl Kögler
(Foto rechts)

Die neue Heimstätte des Vereins

Vom 01.04.1970 bis 15.03.1973 übernahm Karl Kögler die Aufgabe des Vorsitzenden des TSC Berlin.

Mit der Fertigstellung der Kinder- und Jugendsportschule "Ernst Grube" in der Paul-Heyse--Straße im Jahre 1973 war diese dann ausschließlich von Nachwuchshoffnungen des TSC Berlin bestimmt. Nur die Nachwuchstalente der Wintersportarten wurden bis Anfang der achtziger Jahre von derKJS "Heinrich Rau" schulisch ausgebildet.

Auf dem Gelände nördlich der Werner-Seelenbinder-Halle und südlich der Kniprodestraße (damals Artur-Becker-Straße), westlich

 

Karl Kögler

TSC-Gelände
(Foto links)







Länderkampf DDR-USA 1977 im Karl-Friedrich-Friesen-Stadion
(Foto rechts)
TSC-Geschäftstelle begrenzt von der Conrad-Blenkle-Straße und östlich von der S-Bahn-Trasse, einem ehemaligen Kleingartengelände, wurde dem TSC Berlin 1973 ein neuer Sportkomplex übergeben. Hierzu zählten eine Mehrzweckhalle, ein Verwaltungsgebäude, eine Laufhalle sowie 1 Wurf- und 2 Laufsportplätze. 1974 entstand an der Kniprodestraße (Artur-Becker-Straße) ein Internatsneubau, Karl Friedrich Friesen Stadion der sowohl von der KJS als auch vom TSC genutzt wurde. Im Karl-Friedrich-Friesen-Stadion fand 1977 ein Länderkampf im Schwimmen zwischen der DDR und den USA statt, das eigens für diese Veranstaltung rekonstruiert wurde. Wie sich in der später zeigte, waren wichtige Baumängel nicht beseitigt worden.
  Weiter Vorsitzende
Wolfgang Kuczynski
(Foto links)









Dieter Epperlein
(Foto rechts)
Wolfgang Kuczynski Am 01.06.1973 folgte Wolfgang Kuczynski als Dritter Vorsitzender des Vereins. Dieter Epperlein Am 15.06.1975 übernahm Dieter Epperlein den Vorsitz des TSC-Berlin.
  Olympische Spiele und Europapokal
Rückkunft der Olympiateilnehmer 1972 Geschke, Huschke und Grünke aus München
(Foto links)












Handball-Europa-pokalmannschaft der Frauen Ende der siebziger Jahre
(Foto rechts)
Geschke, Huschke und Grünke Die siebziger Jahre wurden von vielen erfolgreichen Sportlern geprägt wie z. B. Christiane Marquardt in der Leichtathletik, Hartmut Flöckner, Carola Schulze, Claudia Hempel und Wilfried Hartung im Schwimmen, Jürgen Geschke, Thomas Huschke und Uwe Unterwalder im Radsport, Marina Janicke im Wasserspringen, Tscharke/Maune im Volleyball und natürlich die Handballfrauen des TSC Berlin, die den Europapokal dreimal 1977, 1978 und 1979-für unseren Verein gewannen und dazu Spielerinnen wie Renate Breuer, Kristina Richter, Adelheid Zwillich, Marion Tietz, Evelyn Matz, Roswitha Krause und Edelgard Rothe in der DDR- Nationalmannschaft erfolgreich waren.
Die sportliche Laufbahn von Roswitha Krause ist besonders bemerkenswert, weil sie 1968 noch eine olympische Silbermedaille im Schwimmen errang und wenig später trotz des Sportartwechsels zum Handball ebenso Erfolge vorzuweisen hatte, wie den Gewinn einer Silber- und Bronzemedaille bei olympischen Spielen mit der DDR- Nationalmannschaft sowie den Gewinn des Europapokals mit der TSC- Mannschaft.Handball Europapokal
   
  Bitte berücksichtigen Sie, dass diese Chronik keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sollten Sie ergänzende Informationen haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns diese zur Verfügung stellen würden. Wenden Sie sich dazu bitte an unseren Webmaster. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe.